Von Anfang bis heute........
Seit jeher wurde am Radolfzeller Ufer, unweit unseres jetzigen Hafens, von den Radolfzeller Frauen Wäsche gewaschen, gekocht und gebleicht. Zu diesem Zweck führte eine kleine schwimmende Brücke in den See hinaus, so dass die „Wäschwieber“ (im Nachhinein mögen sie diesen Ausdruck entschuldigen, aber so wurden sie halt genannt) immer genügend sauberes Wasser zum Schleudern ihrer Wäsche zur Verfügung hatten. Dieser Platz wurde und wird heute noch von Einheimischen als „Wäschbruck“ bezeichnet.
Konnte bis zu Beginn der 70er Jahre jeder Wassersportfreund, ohne jeglichen Antrag und sogar ohne jegliche Genehmigung, seinen Bojenstein in den See einbringen und seinem Hobby „Wassersport“ frönen, gab es danach zunehmend behördlichen Druck. In weiser Voraussicht hatte die Stadt Radolfzell, unter dem damaligen OB Riester, vorsorglich das Bojenfeld „an der Wäschbruck“ ordnen und von der Wasserbehörde genehmigen lassen.
Als im Jahre 1975 der Bodenseenutzungsplan, welcher die Reduzierung von Bojenplätzen vorsah, heraus kam, begann das städtische Tiefbauamt Pläne ins Auge zu fassen, um Radolfzeller Bürgern weiterhin die Ausübung des Wassersports zu ermöglichen. Um diesem Vorhaben einheitlich zu unterstützen bildete sich eine Interessengemeinschaft Bojenfeld „Wäschbruck“. Bald kristallisierte sich jedoch heraus, dass um die Interessen der betroffenen Bojenbenützer zu vertreten eine IG nicht der ganz richtige Ansprechpartner ist, und so wurde auf Initiative von Herrn Dieter Busse und Wolfgang Graf Anfang Dezember 1978 die IG in einen Verein umgewandelt und der „Wassersportclub Wäschbruck e.V. Radolfzell“ ins Leben gerufen.
Obwohl der neu gebildete Vorstand seine ganze Kraft in die Sicherung der Bootsliegeplätze einbringen musste, brachte er noch die Energie auf, ein normales Vereinsleben in dem noch jungen Club zu gestalten. Bereits im Sommer 1979 fiel der Startschuss zur ersten Clubregatta.
Ein weiterer Meilenstein in der kurzen Vereinsgeschichte war, zusammen mit dem Motoryachtclub und dem Motorsportclub, der Abschluss eines Pachtvertrages mit der Stadt Radolfzell für ein Vereinsgelände im Herzenbereich. Obwohl wir Wassersportler, an für sich keinen Bodenkontakt wünschen, hatte der Verein nunmehr zwar festen Boden unter den Füßen aber immer noch keine sicheren Bootsliegeplätze. In den folgenden Jahren wogten die Wogen nicht nur auf dem Wasser, sondern auch in den verschiedenen Planungsgremien. Private Investoren, Bestimmungen über Ufer-Schutzzonen, renaturisierbarer Uferbereich, Flachwasserzonen usw. bauten uns schier unüberwindbare Barrieren auf. Erst im November 1987 zeichnete sich, nach unzähligem Besprechungen und zähen Verhandlungen mit Behörden und Ämtern, ein Silberstreif am Horizont ab. Im Rahmen der Uferrenaturisierung, die im Frühjahr 1988 begann, wurde der Abbau von Ufermauern und Aufschüttungen als neues Flachufer bis in Höhe der bestehenden Hafenmole notwendig. Diese Maßnahme ermöglichte nicht nur die Erweiterung der Seepromenade einschließlich Erstellung des Konzertsegels, sondern als Ersatz für die dadurch wegfallenden Bojen, wurde auch unser Hafenprojekt realisierbar. Die Zeit des Bangen und Wartens war vorbei, am 20. Februar 1989 wurde die letzte Genehmigung zum Bau des Hafens erteilt.
Ein großer Meilenstein in der Vereinsgeschichte war erreicht,
-- der Hafenbau war genehmigt --
Dass ein solches Projekt auch finanziert werden muss, erübrigt sich zu erwähnen. Dank der Bereitschaft der künftigen Liegplatznutzer, die über 90% der Baukosten durch zinslose Darlehen aufbrachten, stellte auch diese Hürde kein Hindernis dar.
Noch im Februar 1989 wurde mit den Ausbauarbeiten des neuen Hafenbeckens begonnen, Spundwände wurden geschlagen, Schüttmaterial wurde beigeschafft, Aushubmaterial
abfahren usw. usw.
Im April 1989 waren die Ausbauarbeiten weitgehend abgeschlossen und die Schwimmstege konnten im Mai/Juni geliefert und verankert werden. Hurra, es war geschafft! Der WWRa. hat für seine Mitglieder sichere Hafenplätze. Anfang Juli 1989 wurde im Rahmen zum 10jährigen Vereinsjubiläum gleichzeitig die neue Hafenanlage feierlich eingeweiht.
An dieser Stelle möchten wir den damals Clubverantwortlichen, stellvertretend sei hier Dieter Busse genannt, für ihre Bemühungen und ihr persönliches Zutun zu Gunsten des Club danken. Ohne ihren selbstlosen Einsatz wäre der WWRa. bzw. der Hafenbau nie zustande gekommen. Herzlichen Dank!
Wassersportclub Wäschbruck Radolfzell e.V.
